Wohn- und Geschäftsgebäude BIG-House - 8tallet Kopenhagen / DK

Bei dem Bauprojekt „BIG House –8tallet“ ist der Name Programm. „BIG“ steht nicht nur für eines der größten Bauprojekte in Kopenhagen, sondern die dänischen Architekten Bjarke Ingels gestalteten hier ein ungewöhnliches Bauwerk. Es gehört zu den zehn meistbeachteten Bauwerken in Kopenhagen. 

 

Auftraggeber: Voss Sörensen & Partner ApS, Bredkær Tværvej 18, DK-8250 Egå 

Erbrachte Leistung: LPH. 4-5 Tragwerksplanung, 3d Visualisierung von Bauabläufen und Baustellensituationen 

Projektgröße: Gesamtkosten ca. 200 Mio.€, BGF ca. 60.000m²

 

 

Die Größe zeigt sich nicht nur in den Außenmaßen von etwa 250 x 100 m; es befinden sich neben großen Gewerbeflächen über 500 Wohneinheiten in dem Komplex.

Charakterisiert wird das Bauvorhaben auch durch die weitere Bezeichnung „8tallet“. Das international mehrfach ausgezeichnete Bauprojekt bildet im Grundriss eine 8 ab. Durch die Abtreppung der bis zu 10 Geschosse wirkt das Gebäude aufgelöst. Zudem wird durch die steil abfallenden Dachflächen eine optimale Lichtsituation geschaffen. Durch die architektonische Gestaltung der großen Baumasse, durch die helle Fassaden und den großen Fensteranteil hat das Objekt einen offenen Charakter.

Bauwerks- und Konstruktionsübersicht 

Die in Dänemark übliche Fertigteilbauweise stellte alle Planungsbeteiligen bei diesem futuristischen Objekt vor große Herausforderungen. Es ist gelungen, das Bauwerk in Vollmontage zu errichten. Da aber nicht nur die Dachebenen steil abfallend geplant wurden, sondern auch die Geschossdecken etwa alle 10m abgetreppt wurden, gab es keine durchlaufenden gesamtwirkenden Deckenscheiben.

Die Decken wurden mittels Hohlspanndecken und Hutbalken ausgeführt. Hierbei mussten mehrere Dinge gelöst werden. Schwierig zu lösen waren der Ausgleich der Geschossversprünge und die gleichzeitige Einleitung der Horizontal- und Vertikallasten. Hierbei wurden linienförmige Wandkonsolen angeordnet, wobei die Lasten exzentrisch in die Vollwandelemente eingeleitet werden. Durch die vertikalen Lasten wurden die Wände nicht nur in Scheibenebene, sondern auch durch Biegemomente belastet. Da sich diese Situation durch das gesamte Bauvorhaben zieht, mussten hier konzeptionelle Lösungen besonders im Hinblick auf die Realisierbarkeit erarbeitet werden.

Ebenfalls mussten Konzepte für die Weiterleitung der horizontalen Wind- und Aussteifungslasten bis in die Gründung erstellt werden. Die gestapelten Vollfertigteilwände wurden durch durchgängige vertikal verlaufende Zugbänder verbunden. Dazu wurden in den Wandelementen vertikale Hüllrohre angeordnet. Nach der Montage wurden die Zugbänder eingebracht und kraftschlüssig vergossen. 

Da sich das Gebäude zum Teil nach oben aufweitet, mussten zudem Decken an auskragenden Fertigteilwandscheiben hochgehängt werden. Um das entstehende Kragmoment aufzunehmen, wurden auch hier die entstehenden Lasten in das Gebäude zurückgehängt. 

Das Gebäude ist mit einem Untergeschoss versehen. Auch hierfür wurden größtenteils Fertigteile eingesetzt. Die vertikalen und horizontalen Belastungen werden überwiegend über Fundamentbalken in den Baugrund abgeleitet. 

Durch unsere dreidimensionale Ausführungsplanung konnte, trotz der sehr hohen Anzahl an unterschiedlichen Fertigteilen, ein reibungsloser Planungs- und Bauablauf gewährleistet werden. Die dreidimensional aufbereiteten Montagepläne trugen entscheidend zum Bauwerksverständnis und zur planmäßigen Montage bei.